Tiger Show
Wir entschlossen uns zu
einen Wochenendtrip nach Hat Yai. Hat Yai ist eine suedlaendische Provinzstadt,
ein Moloch, in dem lieblose Tempelrohbauten, die ganz nach thailaendischem
Architekturstil gebaut sind, die Stadt ueberragen. Die blossen Betonsaeulen der
Tempel verraten, dass die Bauwerke noch nicht vollendet sind.
Rasch finden
wir ein billiges Hotel. Der Rezeptionist, der amuesanterweise jedes "r" als "l"
spricht, zeigt uns laechelnd das heruntergekommene Eckzimmer, das nach Urin
riecht.
Da die Daemmerung bereits hereingebrochen ist, gehen wir sogleich
los, um zu sehen, was die unbekannte Stadt zu bieten hat. Auf den Strassen
entdecken wir einen armseligen Elephanten. Der Besitzer des Dickhaeuters will
den Vorbeilaufenden Gruenfutter verkaufen, damit diese eigenhaendig den
traurigen Vielfrass fuettern koennen.
Der Durst treibt uns zufaellig in eine
Bar, wo huebsche, junge Maedchen, die mit knappen Miniroecken bekleidet sind,
auf einer Buehne singen. Eine der Schoenheiten setzt sich sogar zu uns an den
Tisch, doch leider fehlt die gemeinsame Sprache, so dass keine Konversation
zustande kommen kann. Nachdem wir unser Bier ausgetrunken haben, laufen wir
rasch zum Eingang, reissen schnell die Tuer auf und springen auf die
Gasse.
Schnell springt uns die weibliche Bedienung hinterher und klatscht
laut in die Haende, weil wir die Zeche prellen wollten. Sie gibt einem
Uniformierten ein Zeichen, das aber nicht mehr noetig ist, da ich ihr bereits
einen Geldschein reiche.
Laechelnd verlassen wir den Ort und begeben uns in
die naechste Bar. In dieser Bar schmiegen sich, kurz nachdem wir Platz nehmen
zwei junge Maedchen, mit weichen Frotee-Bademaenteln bekleidet, eng an unsere
Seite. Das huebsche Maedchen neben mir deutet gestikulierend an, dass sie an
ihren erogenen Zonen angefasst werden will. In Ihre Hand malt sie mit einem
Finger den Preis von 100 Bhat. Um mich anzuheizen, fasst sie mir auch noch z
wischen die Beine.
Sogleich wird sie vom DJ hergerufen. Nun hat sie ihren
Auftritt. Begleitet von drei weiteren Maedels, die ebenfalls mit den
Bademaenteln bekleidet sind, laufen sie nacheinander auf die Buehne und
entbloessen sich schuechtern.
Nach dem Auftritt probieren andere Maedchen
vergebens ihr Glueck, uns Geld abzuknoepfen. Wir zahlen das Bier und gehen
weiter.
Nun fuehrt uns ein aufdringlicher Tuersteher in eine eigenartigen
Raum. Auf roten Treppenstufen hinter einer grossen Glasscheibe sitzen
Prostituierte, jeder Preisklasse und jeglichem Alters, jeweils mit einer Nummern
am engen Top.
In einem dekadenten Plueschsessel sitzend, betrachten wir nun
die zur Schau gestellten Prostituierten. In der vordersten Reihe faellt mir die
Nummer 19 auf, an der ich gefallen finde. Sie schaut mich ordinaer an.
Hinter
ihr sitzt eine aeltere Hure, die gelangweilt einen wollenen Hut strickt. Der
aufdringliche Tuersteher, der bis jetzt noch nicht von unserer Seite gewichen
ist, empfiehlt uns eine pruede Chinesin, die verkrampft da sitzt. Sie sei hier
ganz neu und daher noch unerfahr en.
Die Atmosphaere wirkt unmenschlich. Wie
Freiwild sitzen die Prostituierten im grellen Licht. Man braucht nur ihre Nummer
zu nennen und schon ist sie den perversen Phantasien des Freiers ausg eliefert.
Die Chance, einen ominoesen Freier abzuwehren, besteht nicht. Im Hintergrund
ueber den roten Treppenstufen, erstreckt sich ein riesiges Poster der
leuchtenden Skyline des naechtlichen New York.
Der Widerspruch zwischen dem
amerikanischen Freiheitssymbol und dem schamlos zur Schau gestellte n Freiwild
wird deutlich.
Da auch wir uns in diesem komischen Raum unwohl und beobachtet
fuehlen, verlassen wir diesen Ort.
Dieses Mal sind wir darauf bedacht, das
naechste Bier in keinem mit rotem Neonlicht beschmuecktem Etablisement zu uns zu
nehmen.
In einem Restaurant, an dessen Eingang getrocknete Quallen und
knusprig fritierte Gaense in eine r Glasvitrine aufgehaengt sind, gesellen wir
uns zu einem europaeisch aussehenden Mann, der allei ne an einem Tisch sitzt.
Der alte Amerikaner wohnt schon fuenf Jahre in dieser Stadt, weil nach s einen
Angaben die Nutten in Bangkok zu teuer sind.
Da er sich demnach im
Rotlichtmilieu recht gut auskennt, lassen wir uns einige Tips von ihm gebe
n.
Einem seiner Hinweise folgend, lassen wir uns von einem uns auslachenden
Taxifahrer zum LEO's fah ren.
Der Taxifahrer uebergibt uns einem Tuersteher,
der uns sogleich in einen leeren und finsteren Ra um fuehrt. Eine halbe Stunde
soll es noch dauern bis die Show beginnt. Waehrend des Wartens suche ich die
Toilette auf, in der ich eine seltsame Bekanntschaft mache. Links in der Ecke
wurde mit duennen Waenden, die nicht mal bis zur Decke reichen, ein kleines Ka
emmerchen gebaut.
Die Tuer dieses Kaemmerchens oeffnete sich und eine
halbnackte Thaifrau mittleren Alters steht v or mir. Plump haelt sie ihren Rock
nach oben, so dass ich ihren nackten Unterleib sehen kann. An schliessend
streckt sie mir frech ihre Hand entgegen und fordert 300 Bhat. Sie gibt mir zu
verst ehen, dass ich dafuer Sex mit ihr haben koenne.
Ich gehe einfach an ihr
vorbei, hinaus an meinen Platz.
Endlich beginnt die Show. Eine etwas
korpulente Frau kommt auf die Buehne und bewegt sich um eine dort angebrachte
Stange. Waehrend sie ihre Pfunde im Takt der Musik bewegt, wirft sie die Kleid
ungsstuecke von sich.
Auf einmal zieht sie eine scharfe Rasierklinge,
befestigt an einem Faden, aus ihrer Vagina. Erst eine, dann mehrere. An einem
Strohhalm demonstriert sie die Echtheit der Rasierklingen. Nun legt sie ihren
nicht sehr reizvollen Koerper senkrecht auf den Boden und spreizt ihre Beine, so
dass wir ihre rasierte Scheide sehen koennen. Nun steckt sie zwei brennende
Zigaretten in die Moese, als waere es der Mund, und presst stosshaft, damit Luft
durch die Glimmstengel gedrueckt wird. Qualm steigt empor.
Nur der mollige
Unterleib ist beleuchtet, so dass die Voyeure sich hinter der Dunkelheit des
Raum es verstecken koennen. Auch Frauen sitzen im Puplikum.
Das Licht
erlischt komplett und die korpulente Frau verschwindet hinter der Klotuer.
Ploetzlich erklingt Musik. Dieses Mal jedoch eine andere - rythmischere.
Nun
oeffnet sich die Klotuer und eine zarte, junge Frau erscheint. Mit stolzen
Bewegungen beste igt sie die Buehne.
Als sie nun die Stange erreicht, laesst
sie ihren Koerper wellenfoermig auf und ab gleiten. Ich bin entzueckt von ihrer
wohlgeformten Statur, von ihren gefuehlvollen Bewegungen und ihrem anm utigem
Stolz. Es ist nur unschwer zu erkennen, dass sie sich, geschickt mit ihren
Fuessen ueber den Boden streichend, in ihrem Element befindet.
Auch sie
entkleidet sich versunken im Rausch der Musik.
Ploetzlich zieht sie eine
neongruene Schnur aus ihrer Moese - Zentimeter fuer Zentimeter. Sie tu t dies so
bedacht, dass ihre Liebesgrotte immer mehr in den Mittelpunkt des Tanzes geraet,
bis ich schliesslich alles darum zu drehen scheint.
Wenig spaeter kommt eine
zweite Taenzerin hinzu. Sie besitzt einen beinahe maskulinen Koerper mi t
festen, aber breiten Hueften und einem starken, aber praechtigen
Brustkorb.
Nun stehen sich ein zarter, fast gebrechlicher und ein kraeftiger,
starker Frauenkoerper auf der Buehne gegenueber. Die maskuline Statur bewegt
sich grob, jedoch fliessend um das zarte, femini ne Wesen, das nun puppenhaft
erscheint.
Und jetzt beginnt sie das zarte Wesen behutsam zu streicheln und
macht dem erotischen Tanz ein E nde, indem sie die Zarte auf ein Fouton setzt.
Weiter beruehrt sie sie, streichelt sie und stre ft ihr schliesslich den Slip
herunter.
Der kraeftige Koerper uebernimmt den dominanten Part des Mannes. Es
deutet sich nun an, dass das zarte Geschoepf heute Nacht noch den Liebeskampf
erfaehrt. Ploetzlich erscheint ein junger Mann, eben genau der, der am Eingang
des Clubs stand und uns her ein brachte.
Auch er betritt die Buehne und
vertreibt die kraeftige Taenzerin, die ebenfalls gewillt ist, den hilflos
daliegenden Frauenkoerper zu vernaschen. Nun setzt der Mann die Zaertlichkeit
und Erotik fort, waehrend hingegen das starke, weibliche Ge schoepf nahezu
unbemerkt die Buehne verlaesst. Die Spannung steigt. Die dunkle Atmosphaere des
Raumes wird von dem Geruch des Geschlechts versta erkt.
Ploetzlich kommt es
zum Hoehepunkt, da er seine harte Maennlichkeit in ihre feuchte und weiche W
eiblichkeit einfuehrt. Er stoesst sie so hart und fest, dass ihr Koerper nach
jedem Stoss nachvibriert. Das Ende der Musik und das Erhellen des Raumes sind
nun das Zeichen fuer die Beendigung des Spe ktakels.
Die Darsteller
verlassen rasch den Lichtkegel und verschwinden im Dunkeln. Kaum die Buehne verl
assend, kommt das zarte Geschoepf nochmals zurueck, weil sie ihren Slip
vergessen hat. Anschliessend verschwindet sie hinter der Klotuer.
Auch mich
zwingt ein menschliches Beduerfnis zur Toilette. Nun ist die Tuer des
Kaemmerchens ge schlossen. Aus Neugier, was sich wohl dahinter verbirgt, oeffne
ich die Tuer. Wie erwartet steh t nun die, dem Liebeskampf Unterlegene, in dem
kleinen Kaemmerchen. Ich beobachte sie nun, wie sie nicht weit entfernt vom
Maennerurinal umzieht. Als sie aufschaut und mich erblickt, kann ich ihr direkt
in das Gesicht sehen. Ihr Gesichtsausd ruck wirkt nun scheu oder sogar
verkrampft.
Nichts mehr ist nun von ihrer Genialitaet uebrig.
Ohne sich
nochmals nach mir umzudrehen, verlaesst sie mit einer geduckten und
unterwuerfigen Koe rperhaltung den Raum.