Elektrotechnik - wie sie auch funktioniert

Ko Tao, Thailand 2001

Diese Seite soll dem Zuschauer zeigen, daß man auf Reisen nicht nur Unsinn, sondern auch etwas für den Beruf lernen kann.
So gibt es auch schöne Momente in der "Welt der Technik", wie man an dem oberen Bild sehen kann.

Man stelle sich vor, ein zorniger kolumbianischer Barkeeper schmeißt einen aus der Kneipe, nur weil der seine übertriebenen Preise nicht aktzeptieren will. Da könnte der ihm glatt die Stromleitungen von seinem Elektrizitätszähler reißen, damit die übriggebliebene und gemütliche Gesellschaft den Rest des Abends im Dunkeln weiter feiern kann.

Cartagena, Kolumbien 1998

Andere Länder andere Sitten. Ein Obsthändler muß sich ständig von Neuem um seine Stromversorgung kümmern, da er mit seinem mobilen Verkaufsstand immer da seine Ware unters Volk bringen will, wo die geschäftigsten Straßen sind. Ständig muß er die Stromleitungen eines Hauses anzapfen, damit er weiter mit dem Mixer köstliche Fruchtcocktails herstellen kann.

Penang, Malaysia 2000

Andere wiederum wissen gar nicht, woher sie den Strom haben. Die Zähler wurden einfach an dem einspeisenden Strommasten befestigt, der sich in der Nähe des Hauses befindet. Auf der einen Seite erleichtert dies enorm die Arbeit des Stromablesens, da man zum Ablesen nicht mal ins Haus treten braucht.

Ko Lanta, Thailand 2001

Aber am Besten improvisiert finde ich immer noch die Leuchtstofflampenhalterung, die stets gegen Brand gesichert, stolz den Leuchtkörper in die Höhe hält.

Ko Lanta, Thailand 2001

Und nachdem wir jetzt vollends in die Elektrotechnik eingetaucht sind, muß ich auch noch den Sachverhalt der folgenden Photographie bemängeln. Wenn man schon einen Öltransformator am Straßenrand über dem Gehsteig aufhängt, sollte man wenigstens eine Ölauffangwanne verwenden.
Später kann man sich auch Gedanken darüber machen, daß, wenn einer der maroden Strommasten umfällt, auch 6 000 V bis 10 000 V Freileitungen auf die Straße herunterstürzen könnten.

Hat Yai, Thailand 2001

Auch nicht sehr vorbildhaft ist die Art der Leitungsverlegung, die in den zwei folgenden Bildern demonstriert wird. Übrigens mußte ich in Süd-Ost-Asien nicht lange suchen, um solch katstrophale Leitungs- und Kabelgewirr zu finden.
Durch eine sorgfältige und gewissenhafte Verlegungsweise, vereinfachen sich nicht nur die Fehlersuche, sondern auch Umänderungen.

Bankok, Thailand 2001

In Goa entdeckte ich zufällig eine Elektrofachkraft bei der Arbeit unter Spannung. Er denkt nicht im geringsten an Schutzhelm, Sicherheitsschuhe oder Sicherheitsgurt, welche in Deutschland zwingend vorgeschrieben sind.

Goa, India 1999

Zum Abschluß gibt es noch ein Bild eines Mittelspannungsmastes, der irgendwo am Wegrand außerhalb einer Kleinstadt stand. Von der Stadtseite führte das Elektrounternehmen ein Drehstromsystem mit drei Leitern an den Masten. Willkürlich ließen sie hier einfach zwei Phasen enden. Nur noch eine Phase wurde bis zu einem Dorf weitergeführt.
Wenn man sich nun überlegt, inwiefern dies den vorgeschalteten Transformator betrifft, stellt man fest, daß dieser extrem unsymmetrisch belastet wird und dadurch bei der Auslegung zu einem viel größeren und damit auch teureren Trafo zurückgegriffen werden mußte.
Vielleicht wollte das Elektrounternehmen oder der Auftraggeber bei der Freileitungsverlegung sparen, in dem es die zwei nicht benötigten Leitungen irgendwann nicht mehr weitergeführt hat.
Tja, manchmal spart man eben am falschen Ende.

Sumatra, Indonesien 2000

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